Die zwei Brüder (Teil 1)

Die zwei Brüder (Teil 1)

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Es waren einmal zwei Brüder, ein reicher und ein armer. Der reiche war ein Goldschmied und bös von Herzen; der arme nährte sich davon, daß er Besen band, und war gut und redlich. Der arme hatte zwei Kinder, das waren Zwillingsbrüder und sich so ähnlich wie ein Tropfen Wasser dem andern. (Die zwei Brüder)

Willkommen zur 1ten Oster-Sonderfolge meines Märchen Podcasts

Die zwei Brüder ist das längste Zaubermärchen, welches in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm zu finden ist. Es ist seit 1819 fester Bestandteil und wurde in der 2. Auflage der Kinder- und Hausmärchen veröffentlicht. 

Zaubermärchen oder auch Wundermärchen sind eine Unterart von den Märchen, welche am häufigsten vorkommen. Im Märchenlexikon der edition amali werden über 120 Märchen gelistet. In einem Zaubermärchen ist es möglich, wie der Name schon sagt, das Geschehen durch magische Handlungen oder Dinge zu beeinflussen. Zukünftig werden alle Zaubermärchen hier gekennzeichnet.

Unser Märchen handelt von Zwillingsbrüdern, die ihr Elternhaus verlassen müssen, bei einem Jäger aufwachsen und als junge Männer in die Welt hinausziehen und verschiedene Abenteuer erleben. Alles beginnt jedoch mit einem anderen Brüderpaar. Der eine war Goldschmied – reich und böse. Der andere war ein Besenbinder – arm und gut. Eines Tages geht der Arme in den Wald und sieht einen goldenen Vogel, der war so schön wie er noch nie einen gesehen hatte. Er wirft einen Stein nach ihm, trifft ihn und der Vogel verliert eine Feder. Dieser Feder zeigt er seinem Bruder, den Goldschmied. Als dieser die Feder sieht, erkennt er sofort, um was für einen Vogel es sich hier handelt. Er kauft dem armen Bruder die Feder ab und bittet ihn ein Vogelei zu besorgen. Gesagt, getan. Auch für das Ei erhält der Besenfinder Goldstücke. Der Goldschmied ist gierig und will mehr. Nun soll der arme Besenbinder ihm den toten Vogel bringen, damit er ihn braten und essen kann. Denn was der arme Mann nicht weiß, isst man Herz und Leber des Vogels findet man jeden Tag ein Goldstück unter seinem Kopfkissen. Auch diese Bitte wird erfüllt.

Der Besenbinder hat zwei Söhne, die sich glichen wie ein Ei dem anderen. Diese gehen öfter im Hause des reichen Bruders ein und aus und erhaschen die Reste des Essens, welches sonst im Müll landet. Auch an dem Tag, an dem das Vögelchen gebraten wird, sind sie in der Küche. Sie stibitzen in einem unbeobachteten Moment zwei kleine Stückchen, die vom Braten herabfielen. Herz und Leber.

Von nun an findet der Besenbinder jeden Morgen zwei Goldstücke unter den Kopfkissen seiner Kinder. Das erfährt der reiche Goldschmied und redet dem armen Vater ein, dass seine Söhne mit dem Bösen in Kontakt gekommen sind. Und weil der Vater schwach war, geht er mit seinen Kindern in den tiefen Wald und lässt sie dort zurück.

Tief im Wald findet sie ein Jäger und da er selbst keine Kinder hatte, nimmt er sie als seine eigenen an und bildet sie zu Jägern aus. Was zwei Löwen, zwei Bären, zwei Wölfe, zwei Füchse und zwei Hasen mit unseren beiden Helden zu tun haben und welche Abendteuer die beiden erleben, erfährst Du in der neuen Podcast-Folge. Viel Spaß!

Hast Du einen Wunsch oder möchtest mir was Spannendes erzählen? Dann schreib mir doch eine E-Mail an anne(@)gutenachtsonnenschein.de.

Schlaf schön und träum was Schönes.

Deine Anne

PS: Du bist noch auf der Suchen nach Deinem Lieblingsmärchen im Fernsehen und hättest gern eine Übersicht der Sendetermine? Dann findest Du hier eine Aufstellung der nächsten Märchen im TV.