Lebkuchenhaus selber machen

Lebkuchenhaus selber machen

Weihnachten steht vor der Tür und überall duftet es schön nach gebrannten Mandeln, Bratwurst oder Glühwein. Natürlich darf eines nicht fehlen: der Lebkuchen. 

In diesem Artikel erfährst Du, wie Du relativ einfach Dein eigenes Lebkuchenhaus basteln kannst. Basis ist ein Rezept und eine Vorlage, die ich auf einfach backen von Anna-Lena gefunden habe. Außerdem erzähle ich Dir ein wenig über die Geschichte des Lebkuchens und natürlich welche Bewandtnis es mit dem Märchen „Hänsel und Gretel“ auf sich hat.

Der Lebkuchenteig: selber machen vs. kaufen

Ich gebe zu, so ein Lebkuchenhaus selbst zu backen ist eine klebrige Herausforderung. Doch ist es auch ein unbeschreibliches Gefühl das fertige Hexenhäuschen zu begutachten, fotografieren und natürlich der Familien und den Freunden zu zeigen. Vor zwei Jahren hatte ich einen fertigen Teig, aus dem Kindergarten meiner Nachbarin, und fertige Silikonvorlagen. Das Ganze lief also schnell über die Bühne, war sehr lecker, aber es fehlte mir etwas.

In diesem Jahr wollte ich mehr, einen eigenen Teig und selbst Vorlagen erstellen. Gesagt, getan.
Bei der Internetrecherche stieß ich jedoch bei einfach backen auf ein tolles Lebkuchenhaus-Rezept von Anna-Lena. Ihr Häuschen sieht so bezaubernd aus und sie liefert gleich die passende Vorlage als Download mit, da konnte ich nicht widerstehen.

Ihr Rezept arbeitet mit einem Teig, den Du am Vortag anfertigen musst, damit er über Nacht ziehen kann. Der geht aber schnell und unkompliziert.

Du brauchst: Honig, Butter, Zucker, Vanillezucker, Wasser, Eier, Zitronenschale, Kakaopulver, Mehl, gemahlene Nelken, gemahlenen Kardamom, Muskatnuss und Zimt. Puderzucker, kleine Butterkekse und verschiedene andere kleine Süßigkeiten zum Dekorieren.

Werkzeug: Papier und einen Drucker, eine Schere, einen kleinen Topf, eine große Schüssel mit einem Handrührgerät oder eine Küchenmaschine, Platz im Kühlschrank, Blech und ein paar Blätter Backpapier, ein Messer, ein Nudelholz und natürlich eine Küchenwaage.

Die genauen Mengenangaben der Zutaten, die Zubereitung und den Download findest Du bei Anna-Lena. Ich gebe Dir hier aber noch ein paar Tipps.

Was passt besser zum Lebkuchenhaus backen, als das Märchen Hänsel und Gretel. Findest Du auch? Dann klicke einfach auf das große Podcast Symbol links und Du gelangst zu 5ten Podcast Folge meines Märchen-Podcast. 

Mein Traum aus Zucker

Tipps für Dein perfektes Lebkuchenhaus

Der Menge des Teiges reicht für alle Wände und eine große Grundfläche. Ich hatte zusätzlich noch ein paar Lebkuchen-Figuren ausgestochen, die sind aber leider verbrannt. Einmal kurz nicht aufgepasst. Der Teig fühlt sich nach den vorgegeben 15-20 Minuten noch etwas weich an. Das ist okay, denn er wird beim Abkühlen fester.

Lebkuchenhaus vor oder nach dem Backen schneiden?

Die einzelnen Haus-Teile solltest Du unbedingt vor dem Backen schneiden, das klappt mit einem kleinen Küchenmesser ganz gut.
Anna-Lena hat zusätzlich einen wunderbaren Tipp: Stelle die einzelnen Elemente vor dem Backen erneut in den Kühlschrank ca. 15 Minuten, dann verziehen sie sich nicht so stark beim Backen. Habe ich probiert und es klappt ausgezeichnet! Dafür benötigst Du etwas Platz im Kühlschrank.

Wie klebt man das Lebkuchenhaus am Besten zusammen?

Erster Tipp: Am besten schon auf der Unterlage (z.B. Holzbrett) zusammenkleben, denn das Haus wird nachher sehr schwer. Bei mir steht es noch immer in der Küche.
Laut Rezept schaffst Du Dir eine große Schüssel Klebematerial, ich habe davon dreiviertel gebraucht und den Rest weggetan. Etwas weniger tut es sicher auch. Die Masse wird recht dick, daher nimm vorsichtshalber eine große Tülle zum Spritzen. Oder nimm einen Teil der Masse in eine andere Schüssel und mache sie etwas flüssiger. Sei vorsichtig mit dem Wasser das kann schnell zu flüssig werden. Während Du arbeitest, decke die Masse, die Du nicht nutzt mit Frischhaltefolie ab. Sie beginnt sonst zu trocknen.

Womit das Lebkuchenhaus dekorieren?

Tja, da sind Dir eigentlich keine Grenzen gesetzt. Im Ursprungsrezept werden kleine Butterkekse als Schindeln für das Dach verwendet. Das fand ich so süß und habe es natürlich ausprobiert. Dabei habe ich die einzelnen Kekse mit der Puderzuckermaße getupft und sie dann auf das Haus gesetzt. Anna-Lena empfiehlt einen Klecks auf das Dach zu tupfen. Probiere es einfach aus.
Dann bin ich in diesem Jahr nicht an den kleinen Mini-Marshmallows vorbeigekommen, die mussten also auch mit. Die Schokolinsen sind zum Einsatz gekommen, da der Rand etwas unsauber aussah, fällt es auf? Nein! Also perfekt.
Möglich sind auch Gummibären. Zuckerstangen, Zuckerherzen oder -sterne. Einfach worauf Du Lust hast. Und als Schneestaub noch mal eine ordentliche Ladung Puderzucker drüber. Perfekt!

Das Lebkuchenhaus bei Hänsel und Gretel

„Knusper, knusper Knäuschen, wer knabbert an meinem Häuschen?“, fragt die Hexe im Grimm-Märchen von Hänsel und Gretel. Denn die beiden Kinder knabberten an ihrem wunderbaren Hexenhäuschen. Es heißt außerdem im Märchen: „und als sie ganz nahe herankamen, so sahen sie, dass das Häuslein aus Brot gebaut war und mit Kuchen gedeckt; aber die Fenster waren von hellem Zucker.“ In der Ursprungsversion von Grimm bestand das Haus aus Brot und Kuchen.

Bei Ludwig Bechstein hatte das Haus zusätzlich noch Eierkuchen als Dach: „denn das Häuschen bestand aus Brod, davon waren die Wände, das Dach war mit Eierkuchen gedeckt, und die Fenster waren von durchsichtigen Kandiszuckertafeln.“

Das heutige Pfefferkuchenhaus, welches wir zu Weihnachten backen, basiert auf dem Märchen. Dabei ist es in den Jahren natürlich immer süßer geworden und enthält kein Brot mehr, dafür Unmengen von Zucker und leckeren Süßigkeiten.

 

Eine kurze Geschichte des Lebkuchens

Schon die alten Römer und Ägypter wussten die süße Leckerei zu schätzen. Sie bestrichen dazu Kuchen mit Honig und buken beides zusammen. Damals gab es den Kuchen nicht nur zu Weihnachten, sondern er wurde auch zu Ostern gern gegessen.

Der Lebkuchen, so wie wir ihn heute kennen, wurde im belgischen Dinant erfunden. Von dort aus kam er nach Aachen (Du kennst vielleicht die Aachener Printen) und von dort aus erreichte der Lebkuchen dann die Klöster in Franken und Nürnberg. Dabei wandelte sich das Rezept immer wieder etwas, sodass es heute die unterschiedlichsten Sorten von Lebkuchen gibt. Typische Gewürze sind unter anderem Nelken, Kardamom, Zimt und Muskatnuss. 

Wenn Du mehr über die Entstehung und die verschiedenen Arten von Lebkuchen erfahren willst, dann empfehle ich Dir die Lebkuchen-Seite von Wikipedia. Diese ist wirklich spannend und sehr detailliert.

 

Ich wünsche Dir viel Spaß beim Backen und Verzieren und würde mich sehr freuen, wenn Du mir Bilder von Deinem Lebkuchenhaus schickst. Entweder per Mail oder tagge mich bei Instagram.

Deine Anne

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