Die kluge Bauerntochter

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Es war einmal ein armer Bauer, der hatte kein Land, nur ein kleines Häuschen und eine alleinige Tochter. Da sprach die Tochter: »Wir sollten den Herrn König um ein Stückchen Rottland bitten.« Da der König von ihrer Armut hörte, schenkte er ihnen auch ein Eckchen Rasen.

Der Eisenofen

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Zur Zeit, wo das Wünschen noch geholfen hat, ward ein Königssohn von einer alten Hexe verwünscht, dass er im Walde in einem großen Eisenofen sitzen sollte. Da brachte er viele Jahre zu, und es konnte ihn niemand erlösen.

Das Märchen – Die Rosenkönigin

Ludwig Bechstein, deutscher Schriftsteller, Bibliothekar, Archivar und Apotheker

Es war einmal ein König, der lebte sehr glücklich mit seiner schönen, tugendsamen Gemahlin; ein einziges Söhnlein war ihnen vom Himmel geschenkt, und dieses war die Lust der Eltern.

Die versteckte Königstochter

Josef Haltrich, österreichisch-ungarischer Lehrer, Pfarrer und sächsischer Volkskundler

Es war einmal ein junger Kaufmannssohn, den schickte sein Vater, weil er zum Geschäft nichts taugte und den ganzen Tag immer nur geigen wollte, fort. Als der Junge wegzog, sah er auf der Gasse einen Knaben, der mit zwei Hölzchen immer geigte.

Der gestiefelte Kater

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Es war einmal ein Müller, der hatte drei Söhne, seine Mühle, einen Esel und einen Kater; die Söhne mussten mahlen, der Esel Getreide holen und Mehl forttragen, die Katze dagegen die Mäuse wegfangen. Als der Müller starb, teilten sich die drei Söhne in die Erbschaft

Die Stopfnadel

Hans Christian Andersen, dänischer Dichter und Schriftsteller

Es war einmal eine Stopfnadel, die sich so fein dünkte, dass sie sich einbildete, eine Nähnadel zu sein.
„Seht nur darauf, dass ihr mich haltet!“, sagte die Stopfnadel zu den Fingern, die sie hervornahmen.

Die wilden Schwäne

Hans Christian Andersen, dänischer Dichter und Schriftsteller

Weit, weit von hier – da, wohin im Herbste die Schwalben fliegen – wohnte einmal ein König, der hatte elf Söhne und eine Tochter, namens Elisa. Die elf Brüder, die jungen Prinzen, gingen mit dem Ordensstern auf der Brust und dem Säbel an der Seite in die Schule;

Vom Büblein, das sich nicht waschen wollte

Ludwig Bechstein, deutscher Schriftsteller, Bibliothekar, Archivar und Apotheker

Es ist einmal ein Büblein gewesen, das wollte sich schon als ganz kleines Kind immer nicht waschen lassen, und als es größer wurde, so hat sich’s vor dem Wasser über alle Maßen gegruselt und hat sich vor dem Nass werden ärger gefürchtet als vor dem Feuer.

Die Königstochter im Berge Muntserrat

Johann Wilhelm Wolf, deutscher Germanist und Schriftsteller

Es war einmal ein König, der hatte drei Söhne. Als er schon bei Jahren war, verfiel er in eine Krankheit und es wurde von Tag zu Tag schlimmer mit ihm, bis endlich die Ärzte erklärten, es sei ihm nicht mehr zu helfen.

Der Federkönig

Josef Haltrich, österreichisch-ungarischer Lehrer, Pfarrer und sächsischer Volkskundler

Es waren einmal ein Paar arme Leute auf dem Feld und sie hatten auch ihr kleines Kind mit, das lag in einer Schaukel, die war aus Windeln und hing an vier Stecken. Einmal kam eine wilde Katze aus dem Wald, nahm das Kind und trug es fort in ihre Höhle;

Die Rabe

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Es war einmal eine Königin, die hatte ein Töchterchen, das war noch klein und musste noch auf dem Arm getragen werden. Zu einer Zeit war das Kind unartig, und die Mutter mochte sagen, was sie wollte, es hielt nicht Ruhe.

Die Hexe und die Königskinder

Ludwig Bechstein, deutscher Schriftsteller, Bibliothekar, Archivar und Apotheker

Mitten in einem Walde wohnte eine alte schlimme Hexe ganz allein mit ihrer Tochter, die ein gutes, mildes Kind war und bei der das Sprichwort, der Apfel fällt nicht weit vom Stamme, nicht zutraf. Der Stamm nämlich war über alle Maßen knorrig, stachlig und hässlich.

Die Puppe im Gras

Peter Christen Asbjørnsen, norwegischer Schriftsteller, Förster und Wissenschaftler

Es war einmal ein König, der hatte zwölf Söhne; und als sie groß geworden waren, sprach er zu ihnen, sie sollten in die weite Welt hinausziehen und sich eine Frau suchen; aber sie müsse spinnen, weben und ein Hemd an einem Tag nähen können, sonst wolle er sie nicht zur Schwiegertochter.

Der alte Sultan

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Es hatte ein Bauer einen treuen Hund, der Sultan hieß, der war alt geworden, und hatte alle Zähne verloren, sodass er nichts mehr fest packen konnte. Zu einer Zeit stand der Bauer mit seiner Frau vor der Haustür und sprach: »Den alten Sultan schieß ich morgen tot, der ist zu nichts mehr nütze.«

Der Hasenhirt

Johann Wilhelm Wolf, deutscher Germanist und Schriftsteller

Es war einmal ein König von Portugal, der hatte eine sehr schöne Tochter und die hatte so viel Freier, dass sie sich ihrer nicht zu entschlagen wusste, und dass die Wahl ihr mit jedem Tage schwerer wurde, denn jeden Tag kamen ihrer einige Dutzende mehr in der Hauptstadt an. Da ließ der König endlich ein Gebot ergehen: Wer ihm einen goldenen Apfel brächte, der solle die Prinzessin haben.

Die zwölf Brüder

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Es war einmal ein König und eine Königin, die lebten in Frieden miteinander und hatten zwölf Kinder, das waren aber lauter Buben. Nun sprach der König zu seiner Frau: »Wenn das dreizehnte Kind, was du zur Welt bringst, ein Mädchen ist, so sollen die zwölf Buben sterben …«

Der Schneemann

Hans Christian Andersen, dänischer Dichter und Schriftsteller

„Eine so wunderbare Kälte ist es, dass mir der ganze Körper knackt!“, sagte der Schneemann. „Der Wind kann einem wirklich Leben ein beißen. Und wie die Glühende dort glotzt!“ Er meinte die Sonne, die gerade im Untergehen begriffen war.

Das Meerhäschen

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Es war einmal eine Königstochter, die hatte in ihrem Schloss hoch unter der Zinne einen Saal mit zwölf Fenstern, die gingen nach allen Himmelsgegenden, und wenn sie hinaufstieg und umherschaute, so konnte sie ihr ganzes Reich übersehen.

Die Prinzessin, die keiner zum Schweigen bringen konnte

Peter Christen Asbjørnsen, norwegischer Schriftsteller, Förster und Wissenschaftler

Es war einmal ein König, der hatte eine Tochter, die war so schlau und spitzfindig, dass niemand sie zum Schweigen bringen konnte. Da setzte der König einen Preis aus und ließ bekannt machen: Der, welcher es könnte, bekäme die Prinzessin und das halbe Königreich.

Von den zwölf Monaten

Josef Wenzig, böhmischer Schriftsteller, Politiker & Pädagoge

Es war eine Mutter und die hatte zwei Töchter; die eine war ihre eigne, die andere ihre Stieftochter. Die eigne Tochter hatte sie sehr lieb, die Stieftochter konnte sie nicht einmal ansehen, bloß darum, weil Maruschka schöner war, als Holena.

Der kleine Muck

Wilhelm Hauff, deutscher Schriftsteller

In Nicea, meiner lieben Vaterstadt, wohnte ein Mann, den man den kleinen Muck hieß. Ich kann mir ihn, ob ich gleich damals noch sehr jung war, noch recht wohl denken, besonders weil ich einmal von meinem Vater wegen seiner halb tot geprügelt wurde. Der kleine Muck nämlich war schon ein alter Geselle, als ich ihn kannte; doch war er nur drei bis vier Schuh hoch,

Karlchen Krake

Manfred Kyber, Dichter, Märchenerzähler und Lyriker

Im mittelländischen Meer, in einem Felsenloch nahe der Küste, lebte der Tintenfisch Karlchen Krake. Karlchen Krake hatte Augen wie Operngläser, einen sehr bedeutenden Mund und acht Fangarme mit Saugnäpfen, die sich wie Schlangen ringelten und nach Beute suchten.

Die schöne junge Braut

Ludwig Bechstein, deutscher Schriftsteller, Bibliothekar, Archivar und Apotheker

Es ging einmal ein hübsches Landmädchen in den Wald, um Futter für seine Kuh zu holen; wie sie nun in Gottes Namen graste und an gar nichts Arges dachte, so kamen auf einmal vier Räuber, umringten sie und führten sie mit sich fort, ohne Gnad und Barmherzigkeit.

Die Kristallkugel

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Es war einmal eine Zauberin, die hatte drei Söhne, die sich brüderlich liebten: aber die Alte traute ihnen nicht und dachte, sie wollten ihr ihre Macht rauben. Da verwandelte sie den ältesten in einen Adler, der musste auf einem Felsengebirge hausen.

Die Gänsehirtin am Brunnen

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Es war einmal ein steinaltes Mütterchen, das lebte mit seiner Herde Gänse in einer Einöde zwischen Bergen und hatte da ein kleines Haus. Die Einöde war von einem großen Wald umgeben und jeden Morgen nahm die Alte ihre Krücke und wackelte in den Wald.

Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Ein Vater hatte zwei Söhne, davon war der älteste klug und gescheit und wusste sich in alles wohl zu schicken. Der Jüngste aber war dumm, konnte nichts begreifen und lernen, und wenn ihn die Leute sahen, sprachen sie: »Mit dem wird der Vater noch seine Last haben.« Wenn nun etwas zu tun war, so musste es der Älteste allzeit ausrichten;

Das Nusszweiglein

Ludwig Bechstein, deutscher Schriftsteller, Bibliothekar, Archivar und Apotheker

Es war einmal ein reicher Kaufmann, der musste in seinen Geschäften in fremde Länder reisen. Da er nun Abschied nahm, sprach er zu seinen drei Töchtern: »Liebe Töchter, ich möchte euch gerne bei meiner Rückkehr eine Freude bereiten, sagt mir daher, was ich euch mitbringen soll?«

Fischer und seine Frau

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Es war einmal ein Fischer und seine Frau, die wohnten zusammen in einem alten Pott dicht an der See, und der Fischer ging alle Tage hin und angelte, und er angelte und angelte. So saß er auch einmal mit seiner Angel und schaute immer in das klare Wasser hinein und er saß und saß.

Der Fischkönig

Ludwig Bechstein, deutscher Schriftsteller, Bibliothekar, Archivar und Apotheker

Alle Kinder kennen das Märchen, wie die Vögel sich einen aus ihrer Mitte zum Könige wählen wollten, wie der König sein sollte, der am höchsten fliegen könne, und wie darauf der Adler am höchsten flog

Jorinde und Joringel

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Es war einmal ein altes Schloss mitten in einem großen dicken Wald, darinnen wohnte eine alte Frau ganz allein, das war eine Erzzauberin. Am Tage machte sie sich zur Katze oder zur Nachteule, des Abends aber wurde sie wieder ordentlich wie ein Mensch gestaltet.

Die Sparbüchse

Hans Christian Andersen, dänischer Dichter und Schriftsteller

Die ganze Kinderstube war voll Spielzeug. Ganz oben auf dem Schranke stand die Sparbüchse. Die war von Ton und hatte die Gestalt eines Schweins. Auf dem Rücken hatte das Schwein einen Spalt, der mit einem Messer noch vergrößert war, damit auch Silbertaler hineingingen.

Die sechs Diener

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Vorzeiten lebte eine alte Königin, die war eine Zauberin, und ihre Tochter war das schönste Mädchen unter der Sonne. Die Alte dachte aber an nichts anderes, als wie sie die Menschen ins Verderben locken könnte.

Das Unentbehrlichste

Ludwig Bechstein, deutscher Schriftsteller, Bibliothekar, Archivar und Apotheker

Vor Zeiten hat einmal ein König gelebt, der hatte drei gute und schöne Töchter, die er sehr liebte und von denen er auch herzlich wiedergeliebt wurde. Prinzen hatte er nicht, aber es war in seinem Reichen herkömmlich, dass die Thronfolge auch auf Frauen und Töchter überging.

Der fliegende Koffer

Hans Christian Andersen, dänischer Dichter und Schriftsteller

Es war einmal ein Kaufmann, der so reich war, dass er die ganze Straße und fast noch ein Seitengäßchen dazu mit lauter harten Talern pflastern konnte. Allein das tat er nicht; er wusste sein Geld anders zu verwerten.

Goldener

Ludwig Bechstein, deutscher Schriftsteller, Bibliothekar, Archivar und Apotheker

Vor langen Jahren hat einmal in einem dichten Wald ein armer Hirte gelebt, der hatte sich ein bretternes Häuschen mitten im Wald erbaut, darin wohnte er mit seiner Frau und sechs Kindern, die waren alle Knaben.

Die Wichtelmänner

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Es war ein Schuster ohne seine Schuld so arm geworden, dass ihm endlich nichts mehr übrigblieb als Leder zu einem einzigen Paar Schuhe. Nun schnitt er am Abend die Schuhe zu, die wollte er den nächsten Morgen in Arbeit nehmen;

Tischchen deck‘ dich

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Vor alten Zeiten war ein Schneider, der drei Söhne hatte und nur eine einzige Ziege. Aber die Ziege, weil sie alle zusammen mit ihrer Milch ernährte, musste ihr gutes Futter haben und täglich hinaus auf die Weide geführt werden. Die Söhne taten das auch nach der Reihe.

Der kleine Däumling

Ludwig Bechstein, deutscher Schriftsteller, Bibliothekar, Archivar und Apotheker

Es war einmal ein armer Korbmacher, der hatte mit seiner Frau sieben Jungen, da war immer einer kleiner als der andere, und der jüngste war bei seiner Geburt nicht viel über Fingers Länge, daher nannte man ihn Däumling.

Der Meisterdieb

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Eines Tages saß vor einem ärmlichen Hause ein alter Mann mit seiner Frau, und wollten von der Arbeit ein wenig ausruhen. Da kam auf einmal ein prächtiger, mit vier Rappen bespannter Wagen herbeigefahren, aus dem ein reichgekleideter Herr stieg.

Der Schweinehirt

Hans Christian Andersen, dänischer Dichter und Schriftsteller

Es war einmal ein Prinz, der nur ein ganz kleines Königreich besaß, aber es war noch immer groß genug, um darauf zu heiraten; und heiraten wollte er. Es war freilich etwas keck von ihm, dass er es wagte, zu des Kaisers Tochter zu sagen: »Willst du mich haben?«

Die drei Hunde

Ludwig Bechstein, deutscher Schriftsteller, Bibliothekar, Archivar und Apotheker

Ein Schäfer hinterließ seinen beiden Kindern, einem Sohn und einer Tochter, nichts als drei Schafe und ein Häuschen, und sprach auf seinem Totenbett: „Teilt euch geschwisterlich darein, dass nicht Hader und Zank zwischen euch entstehe.“

Der Zaunkönig

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

In den alten Zeiten, da hatte jeder Klang noch Sinn und Bedeutung. Wenn der Hammer des Schmieds ertönte, so rief er: »Smiet mi to! Smiet mi to!« Wenn der Hobel des Tischlers schnarrte, so sprach er: »Dor häst! Dor, dor häst!«

Das Märchen vom falschen Prinzen

Wilhelm Hauff, deutscher Schriftsteller

Es war einmal ein ehrsamer Schneidergeselle, namens Labakan, der bei einem geschickten Meister in Alessandria sein Handwerk lernte. Man konnte nicht sagen, dass Labakan ungeschickt mit der Nadel war, im Gegenteil, er konnte recht feine Arbeit machen.

Der standhafte Zinnsoldat

Hans Christian Andersen, dänischer Dichter und Schriftsteller

Es waren einmal fünfundzwanzig Zinnsoldaten, und zwar waren es lauter Brüder; denn sie waren alle miteinander aus demselben alten zinnernen Löffel gegossen worden. Sie schulterten das Gewehr, wandten das Gesicht geradeaus dem Feinde entgegen, und ihre Uniformen waren wunderschön rot und blau.

Die Goldkinder

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Es war ein armer Mann und eine arme Frau, die hatten nichts als eine kleine Hütte und nährten sich vom Fischfang, und es ging bei ihnen von Hand zu Mund. Es geschah aber, als der Mann eines Tages beim Wasser saß und sein Netz auswarf, dass er einen Fisch herauszog, der ganz golden war.

Die weiße Schlange

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Es ist nun schon lange her, da lebte ein König, dessen Weisheit im ganzen Lande berühmt war. Nichts blieb ihm unbekannt, und es war, als ob ihm Nachricht von den verborgensten Dingen durch die Luft zugetragen würde.

Die zwölf Jäger

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Es war einmal ein Königssohn, der hatte eine Braut und hatte sie sehr lieb. Als er nun bei ihr saß und ganz vergnügt war, da kam die Nachricht, dass sein Vater todkrank läge und ihn noch vor seinem Ende zu sehen verlangte.

Der Königssohn, der sich vor nichts fürchtet

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Es war einmal ein Königssohn, dem gefiels nicht mehr daheim in seines Vaters Haus, und weil er vor nichts Furcht hatte, so dachte er ›ich will in die weite Welt gehen, da wird mir Zeit und Weile nicht lang, und ich werde wunderliche Dinge genug sehen.‹

Siebenschön

Ludwig Bechstein, deutscher Schriftsteller, Bibliothekar, Archivar und Apotheker

Es waren einmal in einem Dorfe ein paar arme Leute, die hatten ein kleines Häuschen und nur eine einzige Tochter, die war wunderschön und gut über alle Maßen. Sie arbeitete, fegte, wusch, spann und nähte für sieben, und war so schön wie sieben zusammen, darum ward sie Siebenschön geheißen.

Die zwei Brüder

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Der Jüngste aber kam mit seinen Tieren in eine Stadt, die war ganz mit schwarzem Flor überzogen. Er ging in ein Wirtshaus und fragte den Wirt, ob er nicht seine Tiere herbergen könnte. Der Wirt gab ihnen einen Stall, wo in der Wand ein Loch war;

Schneeweißchen und Rosenrot

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Eine arme Witwe, die lebte einsam in einem Hüttchen, und vor dem Hüttchen war ein Garten, darin standen zwei Rosenbäumchen, davon trug das eine weiße, das andere rote Rosen; und sie hatte zwei Kinder, die glichen den beiden Rosenbäumchen, und das eine hieß Schneeweißchen, das andere Rosenrot.

Allerleirauh

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Es war einmal ein König, der hatte eine Frau mit goldenen Haaren, und sie war so schön, daß sich ihresgleichen nicht mehr auf Erden fand. Es geschah, daß sie krank lag, und als fühlte sie bald, daß sie sterben würde, rief sie den König

Sechse kommen durch die ganze Welt

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Es war einmal ein Mann, der verstand allerlei Künste, er diente im Krieg und hielt sich brav und tapfer, aber als der Krieg zu Ende war, bekam er den Abschied und drei Heller Zehrgeld auf den Weg.

Der Hase und der Igel

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Es war an einem Sonntagmorgen im Herbst, gerade als der Buchweizen blühte; die Sonne war am Himmel aufgegangen, und der Wind strich warm über die Stoppeln, die Lerchen sangen hoch in der Luft, und die Bienen summten im Buchweizen. Die Leute gingen in ihrem Sonntagsstaat zur Kirche, und alle Geschöpfe waren vergnügt, auch der Igel.

Der König vom goldenen Berge

Gebrüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Ein Kaufmann, der hatte zwei Kinder, einen Buben und ein Mädchen, die waren beide noch klein und konnten noch nicht laufen.

Die sechs Schwäne

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Es jagte einmal ein König in einem großen Wald und jagte einem Wild so eifrig nach, dass ihm niemand von seinen Leuten folgen konnte. Als der Abend herankam, hielt er still und blickte um sich, da sah er, dass er sich verirrt hatte. Er suchte einen Ausgang, konnte aber keinen finden.

Der Wolf und die sieben Geißlein

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Es war einmal eine alte Geiß, die hatte sieben junge Geißlein. Sie hatte sie so lieb, wie eben eine Mutter ihre Kinder liebhat. Eines Tages wollte sie in den Wald gehen und Futter holen.

Brüderchen und Schwesterchen

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Brüderchen nahm sein Schwesterchen an der Hand und sprach: »Seit die Mutter tot ist, haben wir keine gute Stunde mehr; die Stiefmutter schlägt uns alle Tage, und wenn wir zu ihr kommen, stößt sie uns mit den Füßen fort.

Des Kaisers neue Kleider

Hans Christian Andersen, dänischer Dichter und Schriftsteller

Vor vielen Jahren lebte einmal ein Kaiser, der so viel auf schöne neue Kleider hielt, das er all sein Geld ausgab, um immer recht geputzt einherzugehen.

Das tapfere Schneiderlein

Gebrüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

An einem Sommermorgen saß ein Schneiderlein auf seinem Tisch am Fenster, war guter Dinge und nähte aus Leibeskräften. Da kam eine Bauersfrau die Straße herab und rief: »Gut Mus feil! Gut Mus feil!«

Die Gänsemagd

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Es lebte einmal eine alte Königin, der war ihr Gemahl schon lange Jahre gestorben, und sie hatte eine schöne Tochter. Wie die erwuchs, wurde sie weit über Feld an einen Königssohn versprochen.

Rumpelstilzchen

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Es war einmal ein Müller, der war arm, aber er hatte eine schöne Tochter. Nun traf es sich, daß er mit dem König zu sprechen kam, und zu ihm sagte: »Ich habe eine Tochter, die kann Stroh zu Gold spinnen.«

Die goldene Gans

Gebrüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Es war ein Mann, der hatte drei Söhne, davon hieß der jüngste der Dummling und wurde verachtet und verspottet und bei jeder Gelegenheit zurückgesetzt.

Kalif Storch

Wilhelm Hauff, deutscher Schriftsteller

Der Kalif Chasid zu Bagdad saß einmal an einem schönen Nachmittag behaglich auf seinem Sofa; er hatte ein wenig geschlafen, denn es war ein heißer Tag, und sah nun nach seinem Schläfchen recht heiter aus.

Die vier kunstreichen Brüder

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Es war ein armer Mann, der hatte vier Söhne; wie die herangewachsen waren, sprach er zu ihnen: »Liebe Kinder, ihr müsst jetzt hinaus in die Welt, ich habe nichts, das ich euch geben könnte; macht euch auf und geht in die Fremde, lernt ein Handwerk und seht, wie ihr euch durchschlagt.«

Hans im Glück

Gebrüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Hans hatte sieben Jahre bei seinem Herrn gedient, da sprach er zu ihm: »Herr, meine Zeit ist herum, nun wollte ich gerne wieder heim zu meiner Mutter, gebt mir meinen Lohn.«

Die Schneekönigin (Teil 7)

H. C. Andersen, dänischer Dichter und Schriftsteller

Die Mauern des Schlosses bestanden aus aufgetürmtem Schnee, und schneidende Winde hatten die Türen und Fenster gebildet; wohl über hundert Säle reihten sich aneinander, wie sie durch das Schneetreiben zusammengeweht worden waren.

Die Schneekönigin (Teil 5&6)

H. C. Andersen, dänischer Dichter und Schriftsteller

Gerda fuhr nun durch den dunklen Wald, aber der Wagen leuchtete weithin wie eine Fackel. Das stach den Räubern in den Augen, den konnten sie unmöglich ungefährdet vorüberziehen lassen.

Die Schneekönigin (Teil 4)

Wieder mußte Gerda ausruhen. Da hüpfte auf dem Schnee – der Stelle, wo sie saß, gerade gegenüber – eine Krähe herbei, die schon vorher dagesessen, das kleine Mädchen aufmerksam angeschaut und zuletzt mit dem Kopf genickt hatte.

Die Schneekönigin (Teil 3)

H. C. Andersen, dänischer Dichter und Schriftsteller

Aber wie erging es der kleinen Gerda, als Kay nicht wiederkam? Ach, wo war er nur geblieben? – Niemand wußte es, niemand konnte Auskunft geben.

Die Schneekönigin (Teil 1&2)

H. C. Andersen, dänischer Dichter und Schriftsteller

Nun seht, jetzt fangen wir an. Wenn wir am Ende der Geschichten angekommen sind, wissen wir mehr als beim Beginn. Denn es war ein böser Zauberer, einer der allerschlimmsten, ja der leibhaftige Teufel selbst.

Die drei Federn

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Es war einmal ein König, der hatte drei Söhne; davon waren zwei klug und gescheit, aber der dritte sprach nicht viel, war einfältig und hieß nur der Dummling.

Die zertanzten Schuhe

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Es war einmal ein König, der hatte zwölf Töchter, eine immer schöner als die andere. Sie schliefen zusammen in einem Saal, wo ihre Betten nebeneinanderstanden …

Die kluge Else

Gebrüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Es war ein Mann, der hatte eine Tochter, die hieß die kluge Else. Als sie nun erwachsen war, sprach der Vater »wir wollen sie heiraten lassen«. »Ja«, sagte die Mutter »wenn nur einer käme, der sie haben wollte.«

Einäuglein, Zweiäuglein, Dreiäuglein

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Es war eine Frau, die hatte drei Töchter, davon hieß die Älteste Einäuglein, weil sie nur ein einziges Auge mitten auf der Stirn hatte, und die mittelste Zweiäuglein, weil sie zwei Augen hatte wie andere Menschen …

Märchen vom goldenen Berge

Anton Gotthelf Dietrich, deutscher Übersetzer

In einem Reiche lebte ein Zar mit seiner Gemahlin, die hatten drei schöne Söhne, der älteste hieß Wasili Zarewitsch, der mittelste Fedor Zarewitsch und der jüngste Iwan Zarewitsch.

König Drosselbart

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Ein König hatte eine Tochter, die war über die Maßen schön, aber dabei so stolz und übermütig, daß ihr kein Freier gut genug war. Sie wies einen nach dem andern ab und trieb noch dazu Spott mit ihnen.

Das singende, springende Löweneckerchen

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Es war einmal ein Mann, der hatte eine große Reise vor, und beim Abschied fragte er seine drei Töchter, was er ihnen mitbringen sollte. Da wollte die älteste Perlen, die zweite wollte Diamanten, die dritte aber sprach: »Lieber Vater, ich wünsche mir ein singendes, springendes Löweneckerchen.«

Das Wasser des Lebens

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Es war einmal ein König, der war krank, und niemand glaubte, daß er mit dem Leben davonkäme. Er hatte aber drei Söhne, die waren darüber betrübt, gingen hinunter in den Schloßgarten und weinten. …

Die Bremer Stadtmusikanten

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Es hatte ein Mann einen Esel, der schon lange Jahre die Säcke unverdrossen zur Mühle getragen hatte, dessen Kräfte aber nun zu Ende gingen, so daß er zur Arbeit immer untauglicher ward….

Die beiden Junker

Elisabeth Dauthendey, deutsche Schriftstellerin

Auf einer alten verfallenen Burg lebten einst zwei sehr verschiedene Brüder. Einer hieß Heute, der andre hieß Morgen. Junker Morgen war ein sehr langweiliger Geselle und hatte die schlechte Gewohnheit, alles zu verschieben, sodass er zu nichts kam.

Die Alte im Wald

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Es fuhr einmal ein armes Dienstmädchen mit seiner Herrschaft durch einen großen Wald, und als sie mitten darin waren, kamen Räuber aus dem Dickicht hervor und ermordeten, wen sie fanden.

Der Teufel mit den drei goldenen Haaren

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Es war einmal eine arme Frau, die gebar ein Söhnlein, und weil es eine Glückshaut umhatte, als es zur Welt kam, so ward ihm geweissagt, es werde im achtzehnten Jahr die Tochter des Königs zur Frau haben.

Rotkäppchen

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Es war einmal eine kleine süße Dirne, die hatte jedermann lieb, der sie nur ansah, am allerliebsten aber ihre Großmutter, die wußte gar nicht, was sie alles dem Kinde geben sollte. Einmal schenkte sie ihm ein Käppchen von rotem Sammet

Die Prinzessin auf der Erbse

Hans Christian Andersen, dänischer Dichter und Schriftsteller

Es war einmal ein Prinz, der wollte eine Prinzessin heiraten. Aber das sollte eine wirkliche Prinzessin sein. Da reiste er in der ganzen Welt herum, um eine solche zu finden, aber überall fehlte etwas.

Das Feuerzeug

Hans Christian Andersen, dänischer Dichter und Schriftsteller

Es kam ein Soldat auf der Landstraße dahermarschirt: Eins, zwei! Eins, zwei! Er hatte seinen Tornister auf dem Rücken und einen Säbel an der Seite, denn er war im Krieg gewesen und wollte nun nach Hause.

Frau Holle

Gebrüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Eine Witwe hatte zwei Töchter, davon war die eine schön und fleißig, die andere häßlich und faul. Sie hatte aber die häßliche und faule, weil sie ihre rechte Tochter war, viel lieber, und die andere mußte alle Arbeit tun und die Dienstmagd im Hause sein.

Die sieben Raben

Gebrüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Ein Mann hatte sieben Söhne und immer noch kein Töchterchen, so sehr er sich auch eins wünschte; endlich gab ihm seine Frau wieder gute Hoffnung zu einem Kinde, und wies zur Welt kam, wars ein Mädchen.

Aschenputtel

Gebrüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Einem reichen Manne, dem wurde seine Frau krank, und als sie fühlte, daß ihr Ende herankam, rief sie ihr einziges Töchterlein zu sich ans Bett und sprach: »Liebes Kind, bleib fromm und gut, so wird dir der liebe Gott immer beistehen, und ich will vom Himmel auf dich herabblicken und will um dich sein.

Hänsel und Gretel

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Vor einem großen Walde wohnte ein armer Holzhacker mit seiner Frau und seinen zwei Kindern; das Bübchen hieß Hänsel und das Mädchen Gretel. Er hatte wenig zu beißen und zu brechen, und einmal, als große Teuerung ins Land kam, konnte er das tägliche Brot nicht mehr schaffen.

Rapunzel

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Es war einmal ein Mann und eine Frau, die wünschten sich schon lange vergeblich ein Kind, endlich machte sich die Frau Hoffnung, der liebe Gott werde ihren Wunsch erfüllen. Die Leute hatte in ihrem Hinterhaus ein kleines Fenster, daraus konnte man in einen prächtigen Garten sehen, der voll der schönsten Blumen und Kräuter stand;

Dornröschen

Gebrüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Vor Zeiten war ein König und eine Königin, die sprachen jeden Tag: »Ach, wenn wir doch ein Kind hätten!« aber sie bekamen keins. Da trug es sich zu, als die…

Schneewittchen

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

Es war einmal mitten im Winter, und die Schneeflocken fielen wie Federn vom Himmel herab. Da saß eine Königin an einem Fenster, das einen Rahmen von schwarzem Ebenholz hatte, und nähte. Und wie sie so nähte und nach dem Schnee aufblickte, stach sie sich mit der Nadel in den Finger, und es fielen drei Tropfen Blut in den Schnee.

Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich

Brüder Grimm, deutsche Sprachwissenschaftler und Volkskundler

In den alten Zeiten, wo das Wünschen noch geholfen hat, lebte ein König, dessen Töchter waren alle schön, aber die jüngste war so schön, daß die Sonne selber, die doch so vieles gesehen hat, sich verwunderte, so oft sie ihr ins Gesicht schien…